Auf der Jagd nach bezahlbaren Bordeauxs... Heute 2009 Le Pelerin De Fontbaude Château Fontbaude

>> Mittwoch, 25. Januar 2012

Bordeaux. Ein Thema, das seitenweise die Weingazetten füllt. Ein wahres Investment für jeden Spekulanten. Preisexplosionen Jahr für Jahr. Das Lieblingsspielzeug neureicher Asiaten. Die Top Chateaus sind seit Jahren nicht mehr erschwinglich für den durchschnittlichen Weinfreund. So macht sich der Direttore immer gerne auf die vinophile Reise, um für Sie, geneigte Leser, den ein oder anderen erschwinglichen Tropfen zu finden. Es gibt sie noch, die erschwinglichen Bordeauxs auf hohem Niveau. Fündig wurde der Direttore in Saint Magne De Castillon, auf Château Fontbaude. Ein recht junger 100%iger Merlot besuchte hier mein Glas. Der "Le Pelerin De Fontbaude". Nun, wer den Direttore kennt, weiß um seine Abneigung gegen die Rebsorte Merlot. Wie so oft bestätigen Ausnahmen aber die Regel. Der Gaumen ist ja nicht unbelehrbar. So dreht der Merlot im tiefdunklen Rot mit rubinroten Reflexen seine Runden im Glas. Ein auffallend weiniges Bukett nach dominierender Johannisbeere, Schwarzkirschen und Pflaumen. Würzige Noten nach grünem Pfeffer. Ledernuancen. Es ist ordentlich was los in der Nase! Am Gaumen primär weich und unaufdringlich. Harmonische Tannine. Süffig mit milder Frucht. Eher von schlanker Natur. Anders als der Direttore selbst. Das Säuregerüst wirkt eher fad. Trockenes Finish ohne besonderen Reiz. Dieser Wein ist das Antidot gegen jegliche Merlotmarmeladenbomber, die ich verschmähe. Schlank und süffig für den kurzweiligen Genuss. Ein solider Tafelwein im besten Sinne zu einem akzeptablen Preis.

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Spendenaktion Weinfreunde helfen Cinque Terre in Not

>> Montag, 23. Januar 2012

In Zeiten der Massenindustrialisierung von Wein, möchte der Direttore heute auf eine Aktion der Zeitschrift "Merum" aufmerksam machen. Ich empfinde diese als höchstunterstützenswert, da hier wirklich effektiv etwas für den Erhalt historischer Weinlandschaften getan werden kann. Die Qualität der Weine aus Cinque Terre untermauern die Notwendigkeit. Erst neulich konnte mich ein 2009er Cinque Terre Costa De Campu Di Manarola davon überzeugen. Ein herrlich frisches Cuvee aus Bosco, Albarola und Vermentino. Die Cinque Terre, Unesco-Weltkulturerbe und einzigartige Weinbauregion, stehen nach Feuersbrünsten, politischen Intrigen und Überschwemmungen vor dem Ruin. Zerstörte Weinberge, eingestürzte Trockenmauern, evakuierte Dörfer: So sieht das ehemalige Wein- und Wanderparadies heute aus. Als Weinfreunde möchten wir nicht tatenlos zuschauen, sondern gemeinsam mit unseren Lesern ein Zeichen der Solidarität setzen, indem wir die dortigen Winzer finanziell und moralisch unterstützen! Weinfreunde, denen die Rettung des Weinbaus und damit der Terrassenlandschaft der Cinque Terre am Herzen liegt, können sich am Wiederaufbau der eingestürzten und lebenswichtigen Trockenmauern beteiligen. Denn diese Mauern stellen mit das größte Problem für die Winzer dar. Nach jedem größeren Regen müssen kleinere und größere Stücke von Trockenmauern wieder aufgebaut werden. Das ist zeitaufwendig und kostet Geld, denn die Steine müssen gekauft und in den Weinberg transportiert werden, bevor die Arbeit losgehen kann. Sobald eine eingebrochene Mauer nicht repariert wird, beginnt die Verwahrlosung, denn beim nächsten Unwetter wird auch die darunterliegende Mauer einbrechen, bis der ganze Hang und mit ihm der Weinberg unwiederbringlich abrutscht. Wie man hilft? Indem man 150 Euro (oder ein Vielfaches davon) auf das unten angegebene Konto überweist. Denn 150 Euro kostet der Wiederaufbau eines Quadratmeters Rebmauer mit einer Tiefe von 60 cm bis 80 cm. Mit dem Geld, das Merum mit dem Verkauf der von den Verkostungen übriggebliebenen Musterflaschen sammelt, verdoppeln sie Ihre Spende. Aus einem Quadratmeter werden so zwei, aus drei werden sechs, usw. Am 18. Januar 2012, betrug die Länge der Merum-Mauer bereits 142 Quadratmeter! Jeden Tag stiften Menschen, denen nicht nur der Wein, sondern auch der Fortbestand historischer Weinlandschaften wichtig ist, ein paar Meter mehr. Die Merum sammelt weiter bis zum 31. März 2012. Später trifft die Merum sich mit den reisefreudigen Spendern und den Winzern am 19. Mai zum Augenschein und zur Grande Festa im alten Hafen von Riomaggiore. Jedem Spender, der eine Mauer von fünf Quadratmetern (zehn Meter inklusive Verdoppelung) oder mehr sponsert, wird mit einem auf seinen Steinen angebrachten Messingschild gedankt. Für kleinere Spenden wird die Merum eine gemeinsame Erinnerungstafel mit den Namen der Spender errichten.

Spendenkonto
Stichwort: Spendenaktion Cinque Terre
Währung: Euro
Bank: UBS AG, CH-4002 Basel
IBAN: CH08 0023 3233 6097 0262 P
BIC: UBSWCHZH80A
Kontoinhaber: Merumpress AG, Hofacher 24, CH-8627 Grüningen
www.merum.info


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Der Sportwagen unter den Basisweinen! 2009 LePlan Classic Cotes du Rhone Leplan Vermeersch

>> Dienstag, 10. Januar 2012

Es gibt sie! Die Beweise, dass man für günstigen Wein nicht in den Diskounter laufen muss. Dass es Qualität zu kleinen Preisen geben kann und geben darf. Verabschiedet Euch von den Regalen des Grauens! Fragt Euren Fachhändler um die Ecke nach günstigen Alternativen! Man muss gar nicht nach Übersee wandern. Unser Nachbar Frankreich, bzw. die Rhone, hat hier durchaus Volkssport im Glas zu bieten. So begibt sich heute der 2009 LePlan Classic Cotes du Rhone von Leplan Vermeersch in des Direttores Glas. Die Geschichte des Weingutsbesitzer ist eine Geschichte, die nur ein gelebtes Leben schreiben kann. Dirk Vermeersch, ein flämischer Belgier, besaß einen Modeladen, ein Autohaus für Maserati und war Rennfahrer. 1986 mußte er diese Karriere nach einem Unfall leider aufgeben. Seit 2000 betreibt er nun das Weinabenteuer im südlichen Rhone-Tal. Ann und Sebastian, seine Tochter und deren Freund, übernehmen die Arbeit im Keller. Auf 20 Hektar werden Grenache, Syrah, Carignane, Aramon und Viognier angebaut. Ganz nach alter Rennfahrermanier wird die Kollektion in GT (Gran Turismo) Kategorien unterteilt. Seine "Hoheit", der Weinanwalt aus den Vereinigten Staaten, hat seine Fühler schon in Richtung Leplan Vermeersch ausgestreckt. Diverse GT Weine erhielten weit über 90 Punkte. Der GT 1 als Beispiel 95. Dennoch, die Preispolitik des Weinguts bleibt sprichwörtlich auf dem Teppich. So gibt es in der Classic Linie fantastische Cote du Rhone Einstiegsweine. Einer davon ist der 2009 LePlan Classic Rouge. Im dichten, dunklen Rot mit rubinartigen Reflexen dreht dieser seine Runden in des Direttores Glas. Verhaltenes Bukett nach dunklen Beeren, Kaffee bzw. Röstaromen und schwarzen Oliven. Am Gaumen primär weich und konzentriert. Geschliffene Tannine. Angenehm saftige Frucht. Alkoholgehalt und Säure ausgewogen eingebunden. Im Finish kurz und gerbstoffreich. Hoher Trinkfluss ohne Grand Cru Anspruch. Ein Brotzeitwein mit unterhaltender Performance. Spaß im Glas mit geldbeutelschonenden Preis! Diese Entdeckung aus Grenache 60% und Syrah 40% gibt es für 7,90 € bei den Jungs vom Weinhandel Fertsch. Sympathisches Weingut, Rock`n Roll im Basisbereich, was will man mehr?

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Der Gewinner der Verlosung Re-Release Blood Into Wine!

>> Freitag, 6. Januar 2012

Liebe Leser der La Gazzetta del Vino,
vor ein paar Tagen gab es das erste Mal etwas zu gewinnen auf des Direttores Plattform. Die Resonanz auf das Gewinnspiel war überwältigend! Ein großes Dankeschön an alle, die mir eine E-Mail geschrieben haben. Leider gab es nur ein "Blood Into Wine" Paket zu gewinnen. Dieses enthält DVD, Poster + Sticker. Aufgrund der Reaktionen werden wir nun sicherlich öfters etwas verlosen. Aber jetzt zum eigentlich spannenden Punkt. Der Gewinner des Re-Release Blood Into Wine Gewinnspiels ist Frank Seiffahrt aus Berlin! Herzlichen Glückwunsch! Das Paket trifft im Laufe der nächsten Woche bei dir ein!
Bis dahin, Rock`n Roll!

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Jauchs Wein in Barths Schläuchen oder 2010 MAX Riesling trocken von Othegraven

In den letzten Jahren zeichnet sich ein Trend ab. Zum Status Quo eines Prominenten gehört anscheinend ein Weingut. Mag das Erzeugnis im Glas noch so dürftig sein, das schillernde Zugpferd reißt das Marketingruder in die monetär erfolgreiche Richtung. Wer sich da nicht alles versucht! ACDC, Lemmy, Gerard Depardieu, Mick Hucknall, Francis Ford Coppola etc.. Bei letzterem gelingt das Spagat zwischen Marketing und Qualität wenigstens einigermaßen. So ließen vor einigen Jahren die Gazetten verlauten, dass der beliebte und erfolgreiche Fernsehmoderator Günther Jauch in das Weingeschäft einsteigen wird. Weingut von Othegraven gelegen in Kanzem an der Saar, welches zum Anbaugebiet Mosel gehört, sollte zu Jauchs vinophilen Hort werden. Wieder ein Promi, der ohne Wissen sich am Prestigeobjekt Wein versucht? In diesem Fall kann der Direttore sagen, nein! Jauch ist ein Enkel von Elsa von Othegraven. Er übernahm das Weingut 2010 von Dr. Heidi Kegel. Sie, sowie das Weingut von Othegraven, sind dem ambitionierten Weintrinker schon seit Jahrzehnten ein Begriff. Nicht erst durch Jauch. Dr. Heidi Kegel ist eine Nichte von Maria von Othegraven, die das Weingut bis zu ihrem Tode 1995 führte. Kurz gesagt, selbst mit Jauch befindet sich das Weingut seit Anbeginn in familiärer Hand. Günther Jauchs Absicht war also keineswegs ein weiteres Status Symbol sein eigen zu nennen. Vielmehr führt er eine Tradition fort. Auf 10,5 Hektar, vor allem auf den Einzellagen Altenberg, Bockstein und Kupp, wird zu 100% Riesling kultiviert. Der eigentliche Star des Weinguts ist Andreas Barth. Seit 2004 der Kellermeister im Gut und für das Wichtigste bei von Othegraven verantwortlich, dem Geschmack der Weine! 2010 übernahm Barth zusätzlich die Geschäftsführung. Soweit eine kleine Einführung in die Geschichte und Geschicke des Weinguts von Othegraven. Was den Direttore natürlich viel mehr interessiert, wie schmecken denn die Weine? ...und so schenkt er sich den 2010 MAX Riesling trocken ins Glas.
Im glanzhellen und hochfarbigen Gelb dreht dieser Gründervater seine Runden im Glas. Leicht exotisch in der Nase. Einen Hauch von Mango und Kokos. Ansonsten durchaus sortenbetont. Pfirsich, Aprikose. Am Gaumen volle und cremige Frucht. Im Zusammenspiel mit dem feinen Säuregerüst und der zurückhaltenden Mineralität bleibt die Frucht zwar dominierend, bekommt aber kein breites und schmalziges Übergewicht. So bleibt dieser Riesling vollmundig, aber elegant. Die 12,5% Alkoholgehalt machen sich bemerkbar. Nachhaltiger leicht zartsüßer Abgang mit einem angenehmen Schmelz. Der Direttore ist durchaus überrascht. Viel mehr Riesling in dieser Preisklasse geht nicht. Natürlich wäre es dem Direttore viel lieber gewesen diesen Marketingwein zu verreißen, aber es ist alles andere als plumper Mainstream mit Promi Erfolgsrezept. Chapeau!
Für ca. 11,50€ gibt es den Wein u.a. bei Weinfreund Timo Möck von Rebenreich

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